Vor wenigen Tagen ist mit „Sunlit Youth“ das dritte Album der L.A. Indie-Rocker „Local Natives“ erschienen. Die Erwartungen waren hoch, da das letzte Album „Hummingbird“ definitiv zu den schönsten Kammerpop-Alben der letzten Jahre gehört und auch die vorab erschienene Single „Past Lives“ nahtlos an das letzte Album anknüpfen konnte.

„Sunlit Youth“ beginnt mit Villainy, einem Song, dessen anfängliche Klavier-Akkordfolge den Hörer einige Takte zweifeln lässt, ob man es nicht mit – ja wirklich –  Modern Talkings „You’re My Heart, You’re My Soul“ zu tun hat. Glücklicherweise erlöst die vertraute Gesangsstimme alsbald von dem Schrecken. Dennoch setzt der stark 80er-inspirierte Sound des ersten Songs den Rahmen für das was da kommt: Da sind auf der einen Seite die ausgefeilten Gesangsarrangements und Kompositionen, die bereits die ersten beiden Alben großartig machten, auf der anderen Seite dominieren Drumcomputer und Retro-Synths die Produktion.

Leider kostet insbesondere der häufige – und dabei mäßig originelle – Drumcomputer-Einsatz viel Dynamik, Flexibilität und Spielfreude. Man muss sich fragen, warum Jahre nachdem Bands wie „Bear in Heaven“ oder „Twin Shadow“ das Thema 80er Synth-Revival erschöpfend bearbeitet haben, die Local Natives noch auf diesen Zug aufspringen wollen. Und so bleiben die besten Momente des Albums die, in denen die Beatbox aus oder im Hintergrund bleibt, wie eben in dem vorab veröffentlichten Song „Past Lives“.

Das Album ist sicher kein schlechtes und hat schon allein wegen des gewohnt tollen Songwritings das Potential mit mehrfachem Hören zu wachsen. Freunde von 80er Retro-Sound mit leichten Anflügen von Killers/Coldplay-Stadion-Pop werden auch an der Produktion ihre Freude haben.

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 Local Natives – Villainy Video


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Hörproben aus Loval Natives „Sunlit Youth“

 

 

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