Homophobie erfährt in den USA neuen Aufschwung

Die letzte Woche hatte in Sachen LGBT-News echte Tiefpunkte zu bieten: Nachdem dieses Jahr bereits die US Bundesstaaten North Carolina und Kansas diskriminierende Gesetze haben in Kraft treten lassen, hat diese Woche Phil Bryant (Foto), der Gouverneur von Mississippi, ein Gesetz unterschrieben, das sowohl Geschäftsleuten als auch Staatsbediensteten und Kirchen erlaubt, Ihre Dienste zu verweigern, wenn ihre religiösen oder moralischen Überzeugungen ihnen das gebietet.

Zu diesen Überzeugungen gehört unter anderem der Glaube, dass eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann und dass Sex nur innerhalb einer solchen Ehe stattfinden kann oder dass das Geschlecht eines Menschen nur durch die Anatomie und Genetik eines Menschen zum Zeitpunkt der Geburt bestimmt ist. Dieses Gesetz erlaubt damit nicht nur Bäckern, das Backen von Hochzeitstorten für LGBT-Ehen zu verweigern. Es könnte auch von Standesbeamten zum Anlass genommen werden, gleichgeschlechtliche Eheschließungen abzulehnen. Weitere Details dazu auf Spiegel.de oder in der Washington Post.

Im Wall Street Journal war am Samstag zudem von neuen diskriminierenden Gesetzen aus Tennessee zu lesen, über die wohl am kommenden Dienstag der Gouverneur zu entscheiden haben wird.

Glücklicherweise ist Amerika nicht nur von Tea Party-Republikanern bewohnt, sodass beispielsweise der Online-Bezahldienst PayPal eine geplante Büro-Eröffnung in Charlotte aus Protest gegen das Gesetz in North Carolina abgeblasen hat. Auch Bruce Springsteen sagte ein geplantes Konzert in North Carolina aus Protest ab. Zuvor hatte bereits der Widerstand aus der Wirtschaft (u.a. von Salesforce, Twitter, Apple, Intel, Disney und Coca Cola) dafür gesorgt, dass weitere Gesetze dieser Art in Georgia und South Carolina bisher nicht in Kraft getreten sind.

Neben der großen Politik gab es auch fiese Meldungen im Kleinen: In Kansas wurde eine 17jährige lesbische Schülerin in einem Songtext von Mitschülern zum Selbstmord aufgefordert. Mehr dazu bei newnownext.com

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Richard Lugner und der Papst geben sich konservativ

Aber auch Europa ist nicht frei von eher fragwürdigen Ansichten gegenüber LGBT-Rechten: So erklärte laut ggg.at der betagte österreichische Präsidentschaftskandidat, Baulöwe und Trash-TV Star Richard Lugner (ja, der mit Mausi, Katzi, Spatzi und all den anderen eher jugendlichen Begleitungen, siehe Foto), nachdem er darauf angesprochen wurde, wie er sich einer potentiellen Verhaftungswelle von Homosexuellen in Russland gegenüber Putin verhalten würde: „Da werde ich mit dem Herrn Putin vorher sicher über diese Problematik reden, aber beim Opernball würde ich ihn mit dem nicht belästigen“. Na dann…

 

Nichts Neues auch aus Rom: Der Papst tut sich in seinem Schreiben „Amoris Laetitia – über die Liebe in der Familie“  weiterhin mehr als schwer mit dem Thema Homoehe und Gleichstellung von lesbischen und schwulen Partnerschaften. Laut SZ bekräftigt der Papst bekannte Positionen: „Für die Gleichstellung homosexueller Lebenspartnerschaften mit der Ehe gebe es im Plan Gottes „kein Fundament“.“

Highlights der Woche: Kolumbien und Springfield

Erfreuliches gibt es dafür aus dem überwiegend katholischen Kolumbien zu berichten, wo das Verfassungsgericht den Weg frei machte für gleichgeschlechtliche Eheschließungen. Details bei ABC News.

Und natürlich wünschen wir Waylon Smithers von den Simpsons von Herzen alles Gute für sein erfolgreiches Coming out.

 

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