Anohni, bisher bekannt als Antony Hegarty oder Antony and the Johnsons, veröffentlicht mit Hopelessness ihr erstes Album nach sechs Jahren. Die früher eher introspektiven Texte über Verlust, Sehnsucht und Schmerz sind den großen und existenziellen Themen unserer Zeit gewichen: So handelt ihr Song „4 Degrees“ von der Klimaerwärmung und ihr „Drone Bomb Me“ von Dronenkriegen.  Wie der Albumtitel Hopelessness schon vermuten lässt, sprüht das nicht gerade von Optimismus. Wer jetzt aber erwartet, dass diese düsteren Themen in elegischer Klavierbegleitung mit Streichern und großem Drama vorgetragen werden – der irrt.

Das Klavier und die Kammerpopklänge wurden durch Dancebeats ersetzt, die Anohni gemeinsam mit den beiden Electro-Produzenten Hudson Mohawke und Oneohtrix Point Never produziert hat. Und herausgekommen ist dabei ein etwas eigenwilliges und zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftiges Konstrukt, das man vielleicht am ehesten „Protest-Electro“ nennen könnte. Das hat schon Pathos, aber eben auch viel Groove und Pop. Und so erwischt man sich dabei, wie man unter der Dusche „Drone Bomb Me“ trällert – und sich schnell daran verschluckt. Tatsächlich gelingt dem Album mit seinem Protest-Electro etwas, was sonst selten ohne Peinlichkeit gelingt – Pop mit Tiefgang, vorgetragen von einer der eindrucksvollsten Pop-Persönlichkeiten der letzten Jahre.

Das Album erscheint heute bei Secretly Canadian ist zu haben über Amazon*


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Hörproben aus Anohni – Hopelessness

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