Wer kennt die Situation am Arbeitsplatz nicht: Wenn sich Kollegen, Vorgesetzte oder Geschäftspartner nach Privatleben, Familie und Kindern erkundigen, kommt man als Homosexueller schnell in die Verlegenheit, sich entweder outen zu müssen oder das Thema geschickt zu umspielen. Und selbst wer im Job offen lesbisch oder schwul lebt, kommt bei einem Arbeitsplatzwechsel, Kunden-Meetings oder einem neuen Chef immer wieder in neue Coming-Out Situationen. Da hilft es natürlich, wenn der Arbeitgeber offensiv und positiv mit LGBT-Themen und Personal umgeht.

Die Situation hat sich dabei in den letzten Jahren in der westlichen Welt deutlich verbessert. Das belegt u.a. der sogenannte Corporate Equality Index der Human Rights Campaign, der zum Teil global agierende US-Unternehmen hinsichtlich der Gleichstellung und Gleichbehandlung von LGBT-Mitarbeitern bewertet. Mittlerweile erreichen 407 Unternehmen die Höchstpunktzahl 100. Bei Einführung des Index im Jahr 2002 erzielten gerade mal 13 Unternehmen dieses Ergebnis. Aber bringt diese Offenheit den Unternehmen eigentlich Vorteile?

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LGBT-Personal als Wettbewerbsvorteil

Wie die Financial Times und MSN.com nun berichten, stellt sich laut einem kürzlich von Analysten der Credit Suisse veröffentlichten Vergleich heraus, dass Unternehmen, die offen lebende LGBT-Personen im Senior Management haben, eine deutlich bessere Börsen-Performance zeigen als vergleichbare Firmen ohne offen lebende LGBT-Personen im höheren Management.

Dazu hat die Credit Suisse 270 LGBT-freundliche Unternehmen aus den USA, Europa und Australien identifiziert und deren Aktienkursentwicklung mit dem MSCI World Index sowie einer Vergleichsgruppe von strukturell ähnlichen Unternehmen verglichen.

Die Ergebnisse zeigen dabei erfreulicherweise, dass LGBT-freundliche Unternehmen signifikant besser abschneiden. So liegt die Börsenwertentwicklung der LGBT-freundlichen Unternehmen seit 2010 jährlich 3% über der Entwicklung des MSCI World Index oder 140 Basispunkte über der Entwicklung der Vergleichsfirmen. Hintergrund für die bessere Performance ist laut Credit Suisse eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit und die damit verbundene bessere Leistung. Darüber hinaus können offensichtlich LGBT-freundliche Unternehmen auch von höheren Umsätzen mit der finanzstarken LGBT-Zielgruppe profitieren.

Weitere Details und Ergebnisse aus der Studie bei der Financial Times und bei MSN.com. Die Studie steht nun auch bei der Credit Suisse zum Download bereit.

In jedem Falle ist diese Studie ein weiteres gutes Argument für mehr Offenheit am Arbeitsplatz!

 

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