Gut informiert ins Wochenende: Unter diesem Motto hat die Queerio! Redaktion wieder die wichtigsten LGBT-News der Woche für euch zusammengestellt.

AfD-Landtagsabgeordneter Gehlmann wünscht sich Homosexuelle ins Gefängnis

Laut dem vorläufigen stenografischen Bericht, kam es bei einer Landtagssitzung in Sachsen-Anhalt zu folgendem Vorfall:

Henriette Quade, Abgeordnete der Linken, kritisierte im Kontext einer Diskussion um die Sicherheit in den nordafrikanischen Maghreb-Staaten, dass die Sicherheitslage dort insbesondere für Homosexuelle mehr als prekär sei, da Homosexualität „verboten und in höchstem Maße tabuisiert“ sei. „Wer Homosexualität offen auslebe, dem drohe dafür eine Gefängnisstrafe.“

Danach vermerkt das Protokoll folgenden Zwischenruf von Andreas Gehlmann (AfD): „Das sollten wir in Deutschland auch machen!“

Nachzulesen ist das Protokoll in einem Twitter-Beitrag von Henriette Quade, das ein Foto des Protokolls zeigt. Die AfD relativiert mittlerweile laut einem Artikel von Spiegel Online in einer Pressemitteilung: Die „Behauptung“, der Abgeordnete Gehlmann habe eine Gefängnisstrafe gefordert, sei falsch: „Gehlmann hatte sich dahingehend geäußert, dass ‚tabuisiert sein soll, wer Homosexualität offen auslebt‘.“ Gehlmann stehe dazu „uneingeschränkt, da er Sittenverfall und sogar allgemein offen ausgelebte Sexualität scharf ablehnt“.

Das klingt ohnehin nur in Nuancen besser und erinnert an die in der AfD beliebte Taktik des Provozierens, Leugnens und Relativierens. Bestes Beispiel dafür ist der Fall Jérôme Boateng – der ja diese Woche mit der Äußerung von Alexander Gauland „Ich wusste gar nicht, dass Boateng farbig ist“ noch einen unfreiwillig komischen Höhepunkt erlebte.

 

Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng

Die Pride Saison ist in vollem Gange

Nachdem es im letzten Jahr in Tel Aviv noch zu dem dramatischen Mord an einer 16jährigen Teilnehmerin durch einen militanten ultrareligiösen Juden kam, verlief dieses Jahr die Gay Pride Parade vergangenes Wochenende friedlich und fröhlich. Mehr Details bei der TAZ und bei Euronews. Die Eindrücke des friedlichen Festes wurden aber nach dem brutalen Terror-Anschlag wenige Tage später stark getrübt und sind in den Hintergrund gerückt.

Auch in München steht der CSD vor der Tür. Dieses Jahr werden zum ersten Mal schwule CSU-Mitglieder mit einem Wagen bei der Parade dabei sein. Der Wagen kommt vom lesbisch-schwulen Netzwerks in der Union, der LSU, und nicht offiziell von der CSU. Trotzdem: Was dazu wohl der Seehofer sagt?! Details in der Süddeutschen.
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Bunt sind sogar die Zebrastreifen beim Gay Pride in Tel Aviv

 

Fernsehen: Schwuler Sex im Tatort

Für mächtig Wirbel in den Medien sorgte bereits im Vorfeld die Tatort-Folge „Wir, Ihr, Sie“. Im neuesten Berliner Tatort wurde nun erstmals zur besten Sendezeit eine schwule Analverkehrs-Sexszene gezeigt. Aufklärungsfernsehen für die Normalbevölkerung. In Memoriam Erika Berger. Einige Stimmen dazu aus der Morgenpost und dem Express.



Rumänien: Volksabstimmung gegen Gleichstellung

Obwohl es in Rumänien aktuell keine Ehe für Homosexuelle gibt, werkelt ein Verbund von verschiedenen konservativen Gruppen unter Führung der Kirche an einer Volksabstimmung, die ein Verbot der Homo-Ehe prophylaktisch in die Verfassung schreiben soll. Dass solche Volksabstimmungen erfolgreich sein können, konnte man 2013 in Kroatien sehen. Auch in Rumänien scheint dieses Anliegen weite Unterstützung in der Bevölkerung zu haben: Damit das rumänische Parlament eine Petition behandelt, werden 500.000 Unterschriften benötigt. Diese Anforderung wurde laut m-maenner.de mit 3 Millionen Unterschriften weit übertroffen. Weitere Details zu dieser unerfreulichen Entwicklung gibt es bei Queer.de und M-Maenner.de

 

 

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