Obwohl queere Themen angesichts des Brexits diese Woche etwas in den Hintergrund rücken, hat die Queerio!-Redaktion auch diese Woche die wichtigsten Meldungen für euch zusammengefasst.

Orlando: Gedenken an Opfer, neue Indizien auf Tatmotive

Die Gay Pride Paraden der vergangenen Woche standen unter dem Schatten des Attentats von Orlando. Hunderttausende haben bei Paraden unter anderem in Wien und Florenz der Opfer des Massakers im Pulse-Club gedacht. In Berlin erstrahlte das Brandenburger Tor am vergangenen Samstag in Regenbogenfarben. Vor der US-Botschaft am Pariser Platz wurden zahlreiche Kerzen angezündet und Blumen für die Opfer von Orlando niedergelegt.

Währenddessen geht die Aufarbeitung des Massakers und die Suche nach Tatmotiven weiter. Die Aussage eines angeblichen Liebhabers von Killer Omar Mateen im amerikanischen TV unterstützt Gerüchte um seine verkappte Homosexualität. Vermutungen über ein persönliches Rachemotiv und eine angebliche Sorge um eine HIV-Ansteckung wurden dabei geäußert. Details dazu beispielsweise auf derwesten.de. Mateen selbst hatte während des Anschlags seine Verbundenheit mit den Terroristen vom sogenannten Islamischen Staat bekundet.

Zum gerade in Bezug auf das Orlando-Massaker vieldiskutierten Verhältnis des Islams zur Homosexualität gibt es auf Taz.de ein lesenswertes Interview mit dem offen schwulen Imam Ludovic-Mohamed Zahed.

Mexiko: Bereits vor einem Monat – Blutiges Attentat auf Schwulenbar

Orlando ist leider nicht der einzige tödliche Anschlag auf queere Clubs in diesem Jahr: Wie erst jetzt bekannt wurde, gab es am 22. Mai in einer mexikanischen Schwulenbar ein Blutbad. Als drei bewaffnete Männer in die Menge schossen, kamen im „La Madame“ in Xalapa 15 Menschen ums Leben. Die Polizei stufte die Tat zunächst als eine Abrechnung zwischen rivalisierenden Drogen-Banden ein. Mexikanische LGBT-Aktivisten sehen das allerdings anders und verweisen auf einen homophoben Hintergrund.  Mehr dazu bei GGG.at

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Istanbul: Polizei löst Trans Pride gewaltsam auf, angeblicher IS Anschlag vereitelt

Nachdem zunächst aus angeblicher Sorge um die Sicherheit die Pride Paraden in Istanbul verboten wurden, setzte die Istanbuler Polizei am vergangenen Wochenende Tränengas und Gummigeschosse gegen die trotzdem stattfindende Trans Pride ein, um diese aufzulösen. Details bei der Berliner Zeitung und in der Zeit.

Wie u.a. Queer.de berichtet, sollen Sicherheitskräfte laut türkischen Medien bei der Istanbuler Trans Pride aber auch einen Angriff durch IS Terroristen vereitelt haben. Dabei sollen 3 Terrorverdächtige mit russischem Pass festgenommen worden sein.

Volker Beck bringt die Situation in einer Äußerung gegenüber der Welt auf den Punkt: „…Islamisten und Nationalisten bedrohen Lesben, Schwule und Trans-Menschen. Der Staat verbietet die Demonstrationen der LGBT-Community und geht mit Tränengas und Gummigeschossen gegen sie vor, statt seine friedlichen Bürger vor Gewalt zu schützen. So sterben die Freiheit und die demokratischen Rechte der Menschen in der Türkei.“

Istanbul Pride 2015

Piusbrüder wollen bei CSD gegen LGBT-Rechte beten

Die ultrakonservative katholische Piusbruderschaft soll laut queer.de beim CSD gegen LGBT-Rechte beten. Bizarr.

Pink Pistols: Knarren für Queers

Leider sind auch Queers nicht immun gegen den amerikanischen Waffenwahn. In einem befremdlichen Kommentar auf nytimes.com geht es um die „Pink Pistols“ – eine queere Vereinigung von US-Waffennarren.

Bitte auch keine rosa Pistolen

 

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