Die wichtigsten LGBT-News der Woche im Überblick – natürlich überschattet durch das Attentat in Orlando.

Massaker in Orlando

Letzten Samstag ist ein Albtraum wahr geworden: Ein bewaffneter Attentäter dringt in den schwulen Nachtclub „Pulse“ in Orlando, Florida ein, erschießt 49 Gäste und verletzt weitere 50 Gäste zum Teil schwer. Der Täter selbst stirbt beim Polizeieinsatz.

Das Motiv bleibt dabei diffus: der Attentäter bekennt sich zum sogenannten „Islamischen Staat“, hatte aber vorher wohl auch wechselnde Sympathien für weitere islamistische Terrororganisationen geäußert. Eine direkte Verbindung zu Terrororganisationen ist den Geheimdiensten jedoch nicht bekannt.

Eigene Besuche des Täters in schwulen Bars in Orlando lassen zwei Deutungen zu: Entweder war er hatte selbst homosexuelle Neigungen oder er bereitete den Anschlag akribisch und langfristig vor – oder eine Mischung aus beidem.

Nahezu parallel zu den Ereignissen in Orlando hat die Polizei in Kalifornien einen schwer bewaffneten Mann festgenommen, der sich auf dem Weg zu einer Gay-Pride-Parade in Los Angeles befand. Eine Verbindung zu dem Massaker in Orlando besteht offenbar nicht.

Diese Vorkommnisse zeigen: Egal, ob der Täter aus islamistischen, anderen religiösen Motiven oder aus einer sonstwie motivierten Form von gewalttätiger Homophobie handelt: ein solcher Angriff gilt nicht nur der westlichen Welt im Allgemeinen (in der der Täter von Orlando selbst aufgewachsen ist) – er gilt uns Schwulen und Lesben. Es ist ein Angriff auf unsere Community, unsere Schutzräume, und es ist ein Angriff darauf, wie wir unsere Freiheit wahrnehmen – nicht nur als einfache Bürger eines westlichen Landes, sondern als Angehörige der LGBT Community.

Während amerikanische Spitzenpolitiker wie Obama und Clinton genau das auch deutlich benennen, blieb es bei unserer Kanzlerin zunächst bei Terror-Solidaritäts-Bekundungen – ohne Bezug auf die Auswahl der Opfergruppe. Dass das zu kurz gedacht und eine unzulängliche Deutung der Ereignisse war, scheint ihr inzwischen aufgefallen zu sein – wie in diesem Video vom 16.6. aus dem Twitterstream von Regierungssprecher Seibert zu sehen ist.

 

US Präsident Obama und Vize Joe Biden gedenken der Opfer von Orlando

Hacker fluten IS-Twitterkonten mit Regenbogenflaggen und schwulen Pornos

Wie die PC Welt berichtet, haben Hacker in der Folge des Massakers von Orlando dem Terrornetzwerk IS nahestehende Twitter-Accounts mit Regenbogenflaggen und schwulen Pornos geflutet. Aktuell ist dieser Account – auf dessen Titelbild nun zwei Männer genüsslich Penis-Lollis lutschen – noch online zu besichtigen.

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Homophobie in Deutschland nimmt deutlich zu

Die auf der Website der Heinrich Böll Stiftung zugängliche Studie „Die enthemmte Mitte“ der Universität Leipzig zeigt erschreckende Ergebnisse hinsichtlich einer sich wandelnden Einstellung der Bundesbürger zur Homosexualität: 40% der Befragten stimmten der Aussage zu, es sei „ekelhaft“, wenn sich Homosexuelle in der Öffentlichkeit küssen und fast 25% finden Homosexualität unmoralisch. 36,2% der Befragten denken, dass Ehen zwischen Frauen bzw. zwischen Männern nicht erlaubt sein sollten. Diese Werte sind im Vergleich zu Vorgängerstudien deutlich gestiegen.

Prinz William auf dem Cover der neuesten Attitude-Ausgabe

Erstmals in der Geschichte lässt sich ein Mitglied der britischen „Royal Family“ auf dem Cover eines queeren Magazins abbilden. Prinz William unterstreicht damit seine Unterstützung für die LGBT-Community, was gerade nach dem Massaker in Orlando eine willkommene Geste ist. Mehr Details dazu bei Attitude.co.uk

Weitgehend friedliche Kiew Pride – unter massivem Polizeischutz

1000 bis 1500 Teilnehmer haben letztes Wochenende an der Kiew Gay Pride Parade teilgenommen. Nachdem rechte Gruppen im Vorfeld der Veranstaltung mit einem Blutbad gedroht haben, fand die Veranstaltung unter massivem Polizeischutz statt. Zu größeren Vorfällen ist es dabei nicht gekommen. Weitere Details zum Beispiel auf Sueddeutsche.de

 

Gay Pride in Kiew 2016

 

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