Ziemlich aus dem Nichts kam am Freitag die Meldung: Es gibt ein neues James Blake Album! Ok – wow!

Erste Beobachtung: Das Album ist mit 17 (!) Titeln und 1 Stunde 16 Minuten Spieldauer ein ganz schöner Brocken. Schnell wird klar, dass „The Colour in Anything“ nicht nur in quantitativer Hinsicht ein Brocken ist. Wo die Vorgänger-Alben dem Zuhörer mit den recht zugänglichen Titeln „Limit to Your Love“ und „Overgrown“ erstmal eine Tür aufmachten, startet das neue Werk mit „Radio Silence“ – einem ziemlich fragmentierten Song-Konstrukt, das seine nicht abzusprechende Schönheit je nach James Blake-Vorbildung nicht vor dem 5ten Hören entfaltet.

Und so geht es weiter auf dem Album: Mit dem mittlerweile von James Blake vertrauten Sound-Repertoire aus Klavier, Dubstep Beats, HipHop-Leads, Synthie-Streicher-Flächen, Soundschnipseln aller Art und vor allem vielspurigen Vocal-Collagen wird R&B dekonstruiert, mit Dubstep verkocht und mit Indie verquirlt. Auffällig ist die Weiterentwicklung von James Blakes Stimme, die wesentlich vielschichtiger und ausdrucksstärker geworden ist über die Jahre.

Produziert ist das Album übrigens in Kooperation mit Produzenten-Megastar Rick Rubin (Adele, Red Hot Chili Peppers, Neil Diamond, Danzig, Johnny Cash,…). Zudem gibt sich Bon Ivers Justin Vernon, mit dem James Blake bereits 2011 den Song „Falls Creek Boys Choir“ veröffentlichte, für einen Track die Ehre.
Und so sitzt der Hörer vor einem Berg Musik, durch den es durchzuarbeiten gilt. Ob es dem Album gelingen wird, den Hörer nachhaltig in seinen Bann zu ziehen oder ob man irgendwann aufgibt, ist nach zwei Tagen noch nicht zu sagen. James Blake für Fortgeschrittene eben!
 

Zu bekommen bei Amazon*

Werbung



Hörproben:  James Blake – The Colour in Anything:

 

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*