Britney Spears hat eine lange Karriere mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich. Gerade die Tiefen und Skandale in Kontrast zu ihrem Mega-Erfolg machen sie irgendwie sympathisch – und populär in der Gay Community, die ja bekanntlich eine Schwäche für Glamour-Frauen mit Problembiographien hat.

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Und weil es so viel Spaß macht, rufen wir die Skandale und Skandälchen noch einmal kurz in Erinnerung: Blitz Ehe-Annulierung nach Las Vegas Hochzeit mit Jugendliebe, Aufenthalte in Entzugskliniken, abrasierte Haare nach Scheidung, Muschi-Blitzer beim Aussteigen aus dem Taxi, Entmündigung durch die Eltern, derangierter Comeback Auftritt bei den MTV Music Awards und nicht zu vergessen – und im queeren Zusammenhang von Relevanz: die Show-Küsse mit Madonna und Rihanna.

Nichtsdestotrotz ist Britney ein absoluter Show-Profi: Millionen verkaufter Singles und Alben, Las Vegas Shows und erfolgreiche Tourneen haben sie über die Jahre von einem mega-ehrgeizigen White-Trash-Teenie-Sternchen zu einer der meistverkauften und erfolgreichsten weiblichen Popstars aller Zeiten werden lassen.

Da Britney Profi ist, hat sie auch erkannt, dass schwule Männer mit ihrer Verehrung für Diven spätestens dann eine relevante Zielgruppe werden, wenn die Teenies von heute längst andere Idole gefunden haben. Insofern erwidert sie die Liebe der Gay Community und belohnt uns mit „lesbischen“ Küssen, halbnackten Tänzern – wie in ihrem neuen Video zu „Make Me“ – und RuPaul Mashups (Work Bitch).

Nun legt sie ihr 9tes Album „Glory“ vor. Dieses beginnt mit „Invitation“, einer wirklich netten und modern produzierten Ballade. Auch die vorab veröffentlichte Single „Make Me“ ist eine gelungene Mischung aus Urban/Hip Hop und aktueller Club-Musik, auch wenn das eher gemütliche Tempo den Song sicher nicht zu einem Dance-Floor-Knaller werden lässt. Aber dafür bieten die verbleibenden 15 Songs bei einer Gesamtspieldauer von fast einer Stunde noch genügend Material. Zum Beispiel der Song „Clumsy“, der mit seinem beinahe auf Null-Dynamik komprimierten Bratz-Synthie und ihrem schelmischen „Oops“-Selbstzitat sicher das Zeug hat, die Disco zum Kochen zu bringen.

Glory ist in meinen Ohren ein mega-professionell produziertes Hochglanz-Pop-Album, das progressiver und origineller ist, als zumindest ich mir das von einem Britney-Album erwartet hätte. Mit beinahe einer Stunde Laufzeit ist es aber auch lang. Und so war ich nicht unglücklich, als ich nach dem Workout (dafür soll Britney ja immer gute Begleitung sein), einen anderen Soundtrack für den „Cool-Down“ auflegen konnte.

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Britney Spears feat. G-Eazy: Make Me

 

Soundbeispiele von Britney Spears – Glory

 

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