Mit uns seid ihr immer bestens informiert: Die queeren News der Woche (KW 47) – zusammengefasst von der Queerio-Redaktion.


 

Merkel, die vierte

Angela Merkel hat sich diese Woche nach langem Hin- und Her nun erneut als CDU-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin zur Verfügung gestellt. Merkel ist zwar sicherlich die bisher progressivste CDU-Vorsitzende – wenn es um queere Rechte wie die Öffnung der Ehe geht, steht sie allerdings auf der Bremse. Wahlweise rebellierten ihr Bauchgefühl, der rechte Parteiflügel oder die CSU dagegen. Fortschritte waren nur auf Drängen der Gerichte drin. Auffällig ist nun eine gewisse Wandlung im Sprachgebrauch:

So verwies Merkel bei Ihrer Gratulation an Donald Trump auf die gemeinsame Wertebasis zwischen Deutschland und den USA mit folgenden Worten: „Demokratie, Freiheit, den Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung“.

Bei Ihrer Ansprache zur erneuten Kanzlerkandidatur hieß es dann: „Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht, Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Das leitet mich. Dafür setze ich mich wieder und wieder ein.“

In beiden Fällen erwähnte sie explizit die sexuelle Orientierung – was durchaus neu für Merkel ist. Beispielsweise nahm sie in Ihrer ersten Reaktion nach dem Orlando-Massaker keinerlei Bezug auf die Opfergruppe.

Können wir uns also im Falle einer weiteren Amtszeit Merkels nach etlichen Jahren des Stillstands nun doch unerwartet Hoffnung auf Fortschritte machen? Eine gute Analyse des Themas findet ihr bei Queer.de

 


Gerhard Hoffmann erhält Bundesverdienstkreuz

Gerhard Hoffmann setzt sich seit den 70ern für die Gleichstellung homosexueller Menschen ein. 1977 eröffnete er das Café „Anderes Ufer“ und gab gemeinsam mit Reinhard von der Marwitz „Die Schwuchtel“ heraus – Deutschlands erste Schwulenzeitung. Auf seine Initiative wurde 1996 vor dem Rathaus Schöneberg das erste Mal in Deutschland die Regenbogenfahne gehisst. Darüber hinaus wurde er durch sein Engagement für den Regenbogenfonds der schwulen Wirte und die Organisation des Schwul-Lesbischen Stadtfestes bekannt.

Die Verleihung findet am 25.11. statt. Gratulation!

Mehr dazu auf Berlin.de

 


Star-Kicker Ronaldo kontert schwulenfeindliche Beleidung von Atletico-Spieler Koke

Nach Berichten des Radiosenders „Cadena Ser“ wurde der mehrfache Weltfußballer und Europameister Cristiano Ronaldo während des Stadt-Derbys von Real Madrid gegen Atletico Madrid von Atletico-Spieler Koke unter anderem als „Maricón“ – also Schwuchtel – beschimpft.

Ronaldo soll – durchaus schlagfertig – gekontert haben: „Eine Schwuchtel mit viel Geld – Arschloch!“

Der spanische Lesben- und Schwulenverband Arcópoli fordert nun eine Untersuchung durch die spanische Profiliga LFP.

Ronaldo wird immer wieder unterstellt, homosexuell zu sein. Er selbst hat sich bisher dazu nicht öffentlich geäußert.

Mehr dazu bei GGG.at und der Welt.

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Ein von cr7worldwide 🌎 (@cr7worldwide) gepostetes Foto am

 Ronaldo leicht bekleidet

 


Designierter US-Vize Pence mit Ärger beim Musical-Besuch

Beim Besuch des Broadway-Musicals Hamilton wurde der zukünftige US-Vizepräsident und notorische LGBT-Rechte-Gegner Mike Pence ausgebuht, nachdem er vom Publikum entdeckt wurde. Nach der Vorstellung betrat die Musical-Besetzung die Bühne und Darsteller Brandon Victor Dixon verlas im Namen der Besetzung eine Rede. In dieser bat er zunächst darum, nicht zu buhen, forderte dann aber Pence dazu auf, die amerikanischen Werte für ALLE aufrecht zu erhalten. Die vollständige Rede könnt ihr in diesem Tweet lesen:


Donald Trump forderte daraufhin eine Entschuldigung des Hamilton Casts für die „Belästigung“ von Mike Pence.

Mehr Details dazu hat das Musikmagazin Pitchfork: Teil 1 und Teil 2.

 


Australischer Ministerpräsident beim Mardi Gras ausgeladen

Aus Rücksicht auf den konservativen Koalitionspartner und aufgrund Konflikte innerhalb seiner eigenen Partei, hat sich Ministerpräsident Malcolm Turnbull geweigert, die Abstimmung über die Öffnung der Ehe im australischen Parlament freizugeben. Daher wird Turnbull, nachdem er zuletzt mit einem Besuch des Mardi Gras für Aufsehen sorgte, für den nächsten Mardi Gras ausgeladen.

Mehr dazu bei GGG.at

 Australiens Minsterpräsident Malcolm Turnbull

 

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