Mit uns seid ihr immer bestens informiert: Die queeren News der Woche (KW 44) – zusammengefasst von der Queerio-Redaktion.

 

Günther Oettinger und die Pflicht-Homo-Ehe

Es war wohl der Aufreger der Woche: Günther Oettinger, aktueller EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und designierter EU-Haushaltskommissar, spricht in einer launigen Rede vor Mitgliedern eines Unternehmerverbandes in Hamburg über allerlei Themen, die ihn zu bewegen scheinen. Erfreulicherweise hat der Verleger Sebastian Marquardt sein Smartphone zur Hand und nimmt diese Rede auf Video auf, die er dann in Auszügen auf Youtube veröffentlicht.

Schon allein der Start der Rede dokumentiert beeindruckend die Eignung Oettingers als Kommissar für Digitalwirtschaft: ‚Früher hatten alle eine Zeitung zur Hand. Heute bin ich der Einzige. Die anderen: Köpfe gesenkt, Display an, online unterwegs.‘ Dann wird es rassistisch (‚Schlitzohren und Schlitzaugen‘) und zu ‚guter‘ Letzt auch noch homophob, als er von einer etwaigen ‚Pflicht-Homo-Ehe‘ spricht, um die seiner Meinung nach fehlgeleiteten Prioritäten der deutschen Politik zu illustrieren.

Unsere Meinung: Oettinger hat sich nach anfänglicher Verteidigung seiner Rede zwar im Laufe der Woche entschuldigt (wohl aufgrund der großen öffentlichen Empörung), dennoch sind solche ’saloppen Äußerungen‘, wie er sie nennt und wie er sie immer wieder von sich gibt, für einen Amtsträger auf europäischer Ebene nicht tragbar.

 Wer es noch nicht gesehen hat, hier der Videomitschnitt von Sebastian Marquardt. Sehenswert.

 


 

LGBTs im amerikanischen Wahlkampf

Der US-Präsidentschaftswahlkampf liegt in seinen letzten Zügen. Da wird natürlich auch die LGBT-Community von beiden Kandidaten heiß umworben. Donald Trump setzt dabei auf ähnliche Angst-Argumente wie hierzulande die AfD (wenn man sich an deren Plakate zum CSD erinnert) und will die Community vor den ‚bösen Einwanderern‘ schützen:

Darüber hinaus lässt er sich – wie auf Qz.com auf einem grandiosen Bild zu sehen ist – mit einer Regenbogenflagge fotografieren, die die Aufschrift „LGBTs for Trump“ trägt.

Hillary Clinton spricht hingegen in einer Homo-Bar in Florida über LGBT-Rechte und Donald Trumps eher fragwürdiges Engagement zu diesem Thema. Leider sind ihre differenzierten thematischen Auseinandersetzungen weniger plakativ als Trumps Angst-Propaganda. Laut „The Advocate“ präferieren dennoch 75% der amerikanischen LGBTs Clinton. Auch der Rest der (LGBT-)Welt kann nur hoffen, dass uns Donald Trump erspart bleibt.

Mehr zum Thema:

QZ.comDonald Trump’s “support” of LGBT communities in one image

The Advocate: Hillary Campaigns at Florida Gay Bar: Trump Has ‚Terrible‘ LGBT Record

Huffington Post: Trump Bizarrely Displays Rainbow Flag Declaring ‘LGBT For Trump’ At Rally

 


 

Schweizer Aufschrei: Werden Lesben von schwulen Männern diskriminiert?

In der Schweiz kocht aktuell eine Diskussion auf, inwieweit Schwule queere Themen dominieren und auch bei gemeinsamen Veranstaltungen mit Lesben – wie dem Züricher CSD – die Tagesordnung diktieren.

Mehr dazu auf dem Schweizer Portal „20 Minuten“ und auf m-maenner.de

Die Diskussion zum Hashtag #schweizeraufschrei auf Twitter

 


 

Studie belegt: Adoptierte Kinder von homosexuellen Paaren haben nicht mehr Probleme als andere Kinder

Im renommierten Journal of Developmental Psychology wurden Ergebnisse aus einer Langzeitstudie veröffentlicht, die erneut – und ganz im Einklang mit vorhergehenden Studien – belegen, dass Kinder, die in Familien mit gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen, nicht mehr Probleme haben als Kinder aus Familien mit heterosexuellen Eltern.

Die Studie ist hier erhältlich: psycnet.apa.org

Ein interessanter aktueller Artikel zum Thema Regenbogenfamilien findet sich auch im Queerspiegel.

 

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