Mit uns seid ihr immer bestens informiert: Die queeren News der Woche (KW 43) – zusammengefasst von der Queerio-Redaktion.

 

Carolin Emcke erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Die homosexuelle Berliner Autorin und Publizistin Carolin Emcke erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und damit die wohl renommierteste Auszeichnung, die es in Deutschland für Autoren gibt. In Ihrer beeindruckenden Dankesrede in der Frankfurter Paulskirche weist sie auch auf die weiterhin existierende Ungleichbehandlung Homosexueller mit den Worten hin: „Wir dürfen Reden halten in der Paulskirche, aber heiraten oder Kinder adoptieren dürfen wir nicht?“

Den vollständigen Wortlaut der Rede findet ihr auf der Website des Friedenspreises.

Ausführliche Artikel dazu gibt es in der Süddeutschen Zeitung und auf Spiegel Online.

 

§175 – Bundesjustizminister Maas legt Gesetzentwurf für Entschädigung vor

Der für Oktober angekündigte Gesetzesentwurf über die Entschädigung der Opfer von §175 liegt nun vor: Laut Queer.de stehen den Betroffenen neben der Aufhebung der Urteile auf Antrag individuelle Entschädigungen zu: 3.000 Euro je Urteil und 1.500 Euro pro angefangenem Jahr eines Freiheitsentzugs. Maas rechnet mit rund 5.000 Anträgen.

Auch wenn man natürlich über die Aufhebung der Urteile und eine Entschädigung erfreut sein kann, erscheinen uns die genannten Summen allein in Anbetracht von entgangenen Verdiensten und nicht erworbenen Rentenansprüchen (von allen weiteren – auch finanziellen – Benachteiligungen einmal abgesehen) während einer Haftzeit von eher symbolischer und wenig generöser Natur.

Auf Queer.de findet ihr Details zum Gesetzesentwurf und die Folgediskussion.

 

Auch in England gibt es konkrete Pläne zur Rehabilitierung von verfolgten Homosexuellen

Auch in England wurde ein Gesetz angekündigt, das Menschen, die wegen ihrer Homosexualität verurteilt wurden, rehabilitieren soll. Das sogenannte Turing-Gesetz ist nach dem als Homosexuellen zur Kastration verurteilten Informatik-Genie Alan Turing benannt. Turing hatte sich nach der Kastration das Leben genommen.

Details bei Spiegel Online und Queer.de. Ein schöner Artikel dazu findet sich auch bei der Schweizer Zeitung derbund.ch

 

Hertha Ultras: „WH 96: Lieber eine Mutter als zwei Väter“

Fußball und Homophobie sind leider weiterhin eng miteinander verknüpft – sogar in Berlin. So sorgte am vergangenen Wochenende ein 50 Meter langes Plakat von Hertha Ultras für Ärger im Olympiastadion: „WH96: Lieber eine Mutter als zwei Väter“. WH96 ist die Kurzform für „Wilde Horde 96“, ein Ultra-Fanclub des 1 FC Köln. Da Köln (ebenso wie ja auch Berlin) eine bekannte queere Hochburg ist, sollte dies eine wenig originelle Anspielung auf diese Tatsache sein und eine Retourkutsche für ein Kölner Ultra-Plakat aus dem Vorjahr. Das genaue Hin- und Her hat der Tagesspiegel beschrieben.

Das alternative Fußballmagazin 11 Freunde kommentierte das Plakat so:

Hertha BSC hat sich mit diesem Tweet von dem Plakat distanziert:

 

TV-Moderator wird schwuler Pornostar

Jim Walker war Reporter und Nachrichtensprecher bei Fox, NBC und CBS. Vor drei Jahren hat er diesen Job an den Nagel gehängt und kehrt nun unter dem Darstellernamen Dallas Steele als schwuler Pornostar zurück ins Scheinwerferlicht. Mit für die Branche nicht gerade jungen 44 Jahren gibt er den potenten Muskel-Daddy in Produktionen u.a. von Titanmen.

Chapeau für den Mut und viel Erfolg in der neuen Karriere!

Mehr dazu bei Towleroad und m-maenner.de

Ex-Moderator und Neu Pornostar Dallas Steele/Jim Walker (rechts) auf einem Twitter-Foto

 

Kirchliche Segnung für eingetragene Lebenspartnerschaften in Sachsen

Wie GGG.at berichtet, will die evangelische Kirche in Sachsen die Segnung schwuler und lesbischer Paare erlauben. Das ist zwar ein Schritt Richtung Gleichberechtigung – Trauung soll das Ganze aber wohl dennoch nicht heißen…

Weitere Details bei GGG.at

 

Bizarrer homophober Tweet der russischen Botschaft in London

Dass die russische Regierung nicht unbedingt eine LGBT-freundliche Linie verfolgt, ist nichts Neues. Dieser Tweet der russischen Botschaft in London, der eine Zeichnung zeigt, welche die EU als eine Gruppe von Sparschweinen mit Regenbogenflagge darstellt, ist allerdings mehr als bizarr.

 

Pete Burns tot

Pop-Paradiesvogel Pete Burns, bekannt vor allem durch seinen 80er Jahre Hit „You Spin Me Round (Like A Record)“ mit der Band „Dead or Alive“, starb im Alter von 57 Jahren an einem Herzinfarkt. Als kleine Erinnerung an einen der eindrucksvollsten Pop-Exzentriker hier das Video zu „You Spin Me Round“

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*