Gut informiert ins Wochenende: Auch diese Woche liefert euch Queerio! alle wichtigen News aus der LGBT-Welt im Wochenrückblick.

 

Bangladesch – LGBT-Aktivist brutal ermordet

Für großes Entsetzen sorgte diese Woche die brutale Ermordung Xulhaz Mannans in Bangladesch. Der LGBT-Aktivist und Herausgeber von Bangladeschs erstem LGBT-Magazins „Roopbaan“ wurde zusammen mit seinem Freund Mahbub Tonoy von mehreren Männern in Mannans Wohnung massakriert. Kurz darauf hat sich die Gruppe Ansar-al Islam, der Bangladesch-Ableger des Terrornetzwerkes al-Qaida, laut GGG.at via Twitter zu den Morden bekannt und die Bluttat damit begründet, dass die beiden Männer „Pioniere in der Ausführung und Bewerbung von Homosexualität“ gewesen seien. Die Echtheit des Bekennerschreibens ist noch nicht bestätigt.

 Foto: Xulhas Mannan, 2014

USA – Auch Tennessee beschließt LGBT-feindliche Gesetzgebung

Nachdem in den letzten Wochen bereits die US-Bundesstaaten North Carolina und Mississippi mit der Einführung LGBT-feindlicher Gesetze für Empörung gesorgt hatten, hat diese Woche nun auch Bill Haslam, der Governor von Tennessee, einen Gesetzesentwurf unterzeichnet, der es bestimmten Berufsgruppen wie z.B. Therapeuten ermöglicht, Personen ihre Dienste zu verweigern, falls deren Lebensstil den„aufrichtigen Prinzipien“ des Dienstleisters widersprechen würde. Welche Formen von „Lebensstil“ damit gemeint seien, lässt Haslam dabei allerdings wohl bewusst offen, um keine offen zur Schau getragene Diskriminierung gegen bestimmte Gruppen zu propagieren. Dennoch dürfte sich das Gesetz in erster Linie gegen LGBTs richten. Wir sind gespannt, was passieren würde, wenn mal ein homosexueller Therapeut mit Berufung auf dieses Gesetz die Behandlung eines fundamentalistischen Christen ablehnt…

 

Foto: Bill Haslam „zeigt Größe“

Russland – Song Contest Teilnehmer erlebt homophoben Zwischenfall

Hovi Star (siehe Beitragsbild), der israelische Teilnehmer beim diesjährigen Eurovision Song Contest, sprach diese Woche in einem bei The Gay UK zitierten Interview über einen Zwischenfall am Flughafen Moskau. Dort hätten ihm russische Beamte bei der Passkontrolle die Einreise verweigert, ihn ausgelacht und seinen Pass zerrissen. Der Sänger ließ zwar offen, was der genaue Anlass für diesen Zwischenfall war, dennoch ließ Hovi Star durchblicken, dass es wohl an seiner Homosexualität, seinem Make-up und seiner Kleidung gelegen haben könnte. Hovi selbst nahm den Zwischenfall jedoch gelassen und verurteilt niemanden dafür. Da hätten sich die Beamten am Flughafen wohl lieber mal ein Beispiel an Hovis Beitrag für den Song Contest nehmen sollen, handelt sein Lied „Made of Stars“ doch davon, dass alle Menschen gleich sind…

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USA – 90-jähriger Ex-Senator heiratet 50 Jahre jüngeren Freund

„Wo die Liebe hinfällt…“ kann man sich ja bekanntermaßen nicht immer aussuchen. Das bewies diese Woche auch der 90-jährige ehemalige US-Senator Harris Wofford, der in einem Gastbeitrag in der „New York Times“ angekündigt hat, seinen 40-jährigen Freund Matthew Charlton Ende April heiraten zu wollen. Wofford war 48 Jahre lang mit seiner Frau Clare verheiratet, die 1996 an Leukämie verstorben ist. Die beiden Männer seien zwar schon seit mittlerweile 15 Jahren zusammen, aber erst vor 3 Jahren hatte Wofford den Mut, seinen neuen Partner auch seiner Familie und Kindern vorzustellen und somit sein spätes „Coming-Out“ zu wagen. Sowohl Wofford als auch Charlton wurden in den Familien herzlich aufgenommen, die sich über das Glück des Paares freuen. So sagt Wofford in der New York Times: „I had a half-century of marriage with a wonderful woman, and now am lucky for a second time to have found happiness.” Queerio! wünscht den beiden jedenfalls alles Gute für ihre gemeinsame Zukunft!

Foto: Harris Wofford mit Barack Obama, 2013

Deutschland – Schwule Geier brüten Ei aus

Und auch diese Woche zeigt uns die Tierwelt wieder, dass sie dem Menschen in Sachen Offenheit manchmal doch voraus ist: Wie der NDR berichtet, brütet im Nordhorner Tierpark ein schwules Geierpaar ein Ei aus, das von seiner Mutter verstoßen wurde. Zwar wisse der Tierpark noch nicht, ob das Ei überhaupt befruchtet sei, aber die beiden Pflegeväter namens Isis und Nordhorn hätten sich ohne zu Zögern um das Ei gekümmert. Bleibt zu hoffen, dass sich die beiden Männer bald über Nachwuchs freuen können…

 

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